Der Bokeh Effekt

„Oh ist das ein schönes Bokeh“ – immer wieder hört man Fotografen diese Worte sagen, aber was bedeutet eigentlich ein schönes Bokeh auf Fotos?

Der Name Bokeh kommt aus dem Japanischen (jap. boke) und bedeutet unscharf, verschwommen. In der Fotografie wird hiermit die Unschärfe des Hintergrundes bezeichnet. Bei dem Bokeh geht es um die Schönheit des unscharfen Hintergrundes, die durch die Rundheit entsteht. Je runder die Unschärfe im Hintergrund ist, desto schöner empfindet unser Auge diese Unschärfe.

Wie genau diese Unschärfe entsteht und woran du erkennst, ob deine Bild eine schöne Unschärfe wiedergibt, hängt von deinem Objektiv an der Kamera ab und wie du deine Kamera beim Fotografieren einstellst.

Jedes Objektiv hat Lamellen, die sich nach der eingestellten Blende zusammenziehen bzw. öffnen. Je offener die Blende, also je weniger die Lamellen den Lichtkreis einengen, desto geringer ist die Schärfe in der Tiefe deines Bildes, was dazu führt, dass der Hintergrund in deinem Bild schnell unscharf wird. Das wird gerne bei Portraits und in der Makrofotografie angewendet, um den Hintergrund vom Motiv abzusetzen und so eine Tiefe im Bild zu erzeugen.

Die Rundheit der abgebildeten Unschärfe in deinem Bild hängt zusammen mit der Anzahl der Lamellen in deinem Objektiv. Mindestens werden 7 Lamellen eingesetzt, je mehr Lamellen Objektive besitzen, umso runder wird die unscharfe Abbildung im Hintergrund des Fotos.

Teleobjektive sind besser geeignet als Weitwinkelobjektive, da sie einen größeren Unschärfebereich in der Tiefe des Bildes abbilden. Objektive mit Festbrennweite sind meist lichtstärker, das bedeutet, dass sie oft eine Offenblende von f/1.8, f/1.4 und f/1.2 haben und durch ihre Lichtstärke erreichen sie eine deutlich größere Unschärfe.  Zoomobjektive bilden meistens aufgrund ihrer Bauart keine schöne Unschärfe ab.

So kannst du feststellen wie das Bokeh auf deinen Bildern aussieht:

  1. Stelle dich nah an dein Motiv
  2. Lasse viel Raum zwischen dem Motiv und dem Hintergrund
  3. Suche dir einen Hintergrund der leuchtet, z.B. den Weihnachtsbaum, eine Lichterkette, eine Geschäftsbeleuchtung
  4. Fotografiere dein Motiv in der Blende mit der kleinsten Zahl, z.B.: f/1.8
  5. Hast du kein Motiv stelle deinen Autofokus auf manuell und stelle deine eigene Unschärfe ein
  6. Mache ein Foto und du siehst wie schön die Unschärfe sich im Hintergrund abbildet

MEIN TIPP

Je geringer der Abstand zu deinem Motiv ist, desto geringer ist die Schärfentiefe in deinem Bild und du löst dein Motiv vom Hintergrund. Vergrößere auch den Abstand von deinem Motiv zum Hintergrund, umso unschärfer wird dein Hintergrund, und umso schöner das Bokeh.

Kreative Bilder mit Bokeh Effekt kann man auch mit Bokeh Schablonen erstellen, die man ganz einfach mit Tonpapier basteln kann, oder stelle einfach deinen Autofokus aus und fotografiere im manuellen Modus und entscheide selbst was unscharf und was scharf gestellt werden soll.

Mit dem Smartphone kann man aufgrund der kompakten Bauart den schönen Bokeh Effekt nicht erzeugen, im Portrait-, und Blendemodus kannst Du es daran erkennen, dass der Hintergrund einfach nur verschwimmt. Durch eine integrierte KI-Software wird das Bokeh errechnet und der Hintergrund wird unscharf dargestellt, aber diese Unschärfe wirkt oft überzogen künstlich.

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